Offshore-Wind jetzt stabilisieren: Branche setzt klare Prioritäten auf der Nationalen Maritimen Konferenz 2026
Emden/Hamburg, den 28.04.2026
Am 29. und 30. April 2026 findet in Emden die 14. Nationale Maritime Konferenz (NMK) statt – die zentrale Plattform der Bundesregierung zur Stärkung der maritimen Wirtschaft. Rund 800 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kommen zusammen, um die Zukunft der maritimen Branchen zu gestalten. Mit der Eröffnung durch den Bundeskanzler Friedrich Merz bietet die Konferenz eine Bühne, um die deutschlandweite Relevanz der maritimen Wirtschaft zu betonen. Gleichzeitig schafft die NMK durch organisierte Branchenforen Raum für den direkten Dialog mit der maritimen Wirtschaft.
Jens Eckhoff, Präsident der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE:
„Offshore-Windenergie ist für das Gelingen eines zukunftsfähigen deutschen Industriestandortes zentral. Sie liefert grundlastnahen Strom für die Industrie und schafft bereits heute Wertschöpfung und Industriearbeitsplätze vom Bodensee bis nach Flensburg, von Rheinland und Ruhrgebiet bis Rostock und Rügen.
Vor diesem Hintergrund ist es richtig und wichtig, dass wir im Branchenforum Offshore Wind auf der diesjährigen NMK die zentralen und drängenden Fragen adressieren: ein zukunftsfähiges Ausschreibungsdesign, resiliente Lieferketten, sicherheitsrelevante Aspekte der Energiewende auf See sowie die Gewährleistung einer verlässlichen küstenfernen Rettungsinfrastruktur.
All diese Herausforderungen sind zeitkritisch. Das Ausschreibungsdesign muss noch in diesem Jahr finalisiert und ab dem kommenden Jahr wirksam anwendbar sein. Dabei kommt es entscheidend darauf an, die Reform konsequent an den tatsächlichen Hemmnissen auszurichten. Maßgeblich ist ein verlässlicher Ausbaupfad der Offshore-Windenergie, nicht die formale Umsetzung europäischer Vorgaben.”
Karina Würtz, Geschäftsführerin der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE:
„Entscheidend ist, dass die anstehende Reform des WindSeeG konsequent darauf ausgerichtet wird, dass Projekte nicht nur bezuschlagt, sondern auch tatsächlich realisiert werden. Voraussetzung dafür ist eine umfassend überarbeitete Flächenplanung, die es den Windparks ermöglicht, mindestens 3500 Volllaststunden zu erreichen. Auf dieser Grundlage wird eine wirtschaftlich tragfähige Refinanzierung überhaupt erst möglich. Gleichzeitig bedarf es einer gezielten Stärkung der industriellen Basis, indem die Lieferkette durch ein passendes Finanzierungs- und Bürgschaftsprogramm abgesichert wird, sodass bestehende Kapazitäten erweitert und neue aufgebaut werden können. Andernfalls drohen zusätzliche Abhängigkeiten im internationalen Wettbewerb und eine weitere Erosion der heimischen Wertschöpfung. Es braucht vor diesem Hintergrund einen belastbaren Gesetzentwurf noch vor der Sommerpause, um Planungssicherheit zu schaffen und eine Anwendung im kommenden Jahr zu gewährleisten.“
Ansprechpartner für Rückfragen:
Tyark Reddig
Referent für Politik und politische Kommunikation
E-Mail: t.reddig@offshore-stiftung.de
Über die Stiftung Offshore-Windenergie
Die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE wurde 2005 zur Förderung des Umwelt- und Klimaschutzes durch eine verbesserte Erforschung und Entwicklung der Windenergie auf See gegründet. Sie hat sich als ein überparteilicher, überregionaler und sektorenübergreifender Thinktank zur Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland und Europa etabliert. Die Stiftung ist Kommunikationsplattform für Akteure aus Politik, Wirtschaft und Forschung, dient dem Wissensaustausch und versteht sich als Ideengeber und Multiplikator. Im Stiftungskuratorium sind sowohl wichtige Bundes- und Landesministerien für den Offshore-Wind-Bereich als auch Betreiber, Hersteller, Übertragungsnetzbetreiber, Zulieferer, Banken und Versicherungen vertreten.